Vier Tage mit herrlicher Chormusik

Mai 17th, 2011 | By | Category: Persönliche Berichte

Autor: Amy Willoughby (CHORREPORTERIN),
Bella Voce, USA
Übersetzt vom Englischen ins Deutsche

In der ersten Maiwoche hatte ich die Möglichkeit, in meiner Heimatstadt Reno, Nevada, am zweiten American International Choral Festival teilzunehmen. Meine erste Erfahrung mit einer Interkultur-Veranstaltung war als Teilnehmerin bei den World Choir Games in Shaoxing, China, im Juli 2010. Es ist eine ganz ungewöhnliche Erfahrung, zuerst als Teil einer Gruppe in einem fremden Land teilgenommen zu haben, als ein Chor unter tausenden bei so einem großen Event, und später ein viel kleineres, persönlicheres Festival zu erleben, noch dazu an einem Ort, den ich sehr gut kenne.

Aber dieses kleinere Festival hat den Charakter der viel größeren World Choir Games erhalten können! Chöre reisten aus Nachbarstaaten und aus der ganzen Welt an, um anzutreten, der Ablauf der Wettbewerbe war sehr ähnlich und wir bekamen sogar Teilnehmerausweise, die wir an einem Band um den Hals trugen!

Das Chorfestival begann für mich am Mittwochnachmittag, als mein Chor, Bella Voce, für eine Beratungsrunde auf die Bühne des Pioneer Center trat. Als wir auf den Stufen standen und die Jury ihre Plätze eingenommen hatte, war der Nervenkitzel wieder da und ein Gefühl von „Ahh, da sind wir wieder.“ Dass die Juroren auf die Bühne kommen und uns Feedback geben, ist ein Privileg und eine einmalige Chance für die meisten Chöre. Es war sogar ein Nachrichtenteam für Filmaufnahmen da und sie interviewten Bella Voce’s Chorleiterin Jennifer Tibben. Nur eine Sache, die sie sagte, schaffte es bis in die Nachmittagsnachrichten – ihr Statement, dass die Chöre, die wir hören werden, überragend sind. Wie recht sie damit hatte!

Wir kehrten später am Abend zum Pioneer Center zurück, um an den Eröffnungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Hier überraschte uns das Auftauchen der „Young Voices of the Adventist University of the Philippines”, die Schwierigkeiten auf ihrer Reise hatten und für den Abend schon nicht mehr erwartet wurden. Nach einer stundenlangen Reise kamen die Kinder doch noch auf die Bühne und legten einen phantastischen Auftritt hin, obwohl sie völlig übermüdet gewesen sein mussten! Das Publikum war sehr dankbar und begeistert – eine Stimmung, die sich noch durch das ganze Festival ziehen sollte.

Im Laufe der nächsten paar Tage wurde ich mehr und mehr mit der Qualität der verschiedenen Chöre vertraut, ihrem musikalischen Stil, ihrer unterschiedlichen Chorkleidung, die sowohl ihren kulturellen Hintergrund als auch das Genre ihrer Wettbewerbskategorie widerspiegelt. Zufälligerweise ist die traditionelle Chor- oder Orchesterkleidung in den USA im formellen Rahmen meistens schwarz.

Als ich zum ersten Mal den Mt. Saint Antonio College Choir sah, kannte ich sie noch nicht: Ihre Kleidung verriet mir, dass sie aus den USA kommen mussten, aber sie zeigten eine so temperamentvolle Darbietung von „Khutazo“, ein Stück des südafrikanischen Komponisten Stanley Gasser, dass es doch nicht mit Sicherheit zu sagen war. Das ist es, was mir bei diesem internationalen Wettbewerb so gefallen hat – die Möglichkeit verschiedene Chorauftritte zu hören, und eine Vielfalt an musikalischen Traditionen, von denen ich einige noch nicht kannte und die ich ansonsten niemals gehört hätte.

Eine andere großartige Sache waren die Workshops, Seminare und Einzelcoachings für die Teilnehmergruppen. Am Donnerstagnachmittag hatte meine Tochter mit dem „Sierra Nevada Children’s Choir“ die Möglichkeit, bei einem Einzelcoaching mit Vance George zu arbeiten.

Am Freitagmorgen fuhren die Frauen von Bella Voce schon früh zur Nightingale Hall auf dem Campus der Universität von Reno, um für ihren Wettbewerbsauftritt zu proben. Ich konnte nur kurz bei den letzten Stücken im Wettbewerb reinhören, bevor ich zurückeilen musste, um die Kinder für das Freundschaftskonzert in der Trinity Episcopal Church abzuholen.

Die Kirche war voll und die Chöre selbstverständlich wundervoll. Den Kindern vom „Sierra Nevada Children’s Choir“ gefiel besonders der indonesische Chor „Paduan Suara Mahasiswa Universitas Hasanuddin“, auf Platz 74 in der Weltrangliste. Was für eine Gelegenheit für unsere Kinder, sie in Reno singen zu hören!

Nun fehlte nur noch ein großer Auftritt beim AICF – das ausverkaufte Grand Prix Konzert. Die Juroren kamen für eine letzte Bewertung in den Konzertsaal, bevor die Entscheidung über den Grand Prix Sieger fiel. Eine letzte Möglichkeit, all diese Chöre zu hören, eine letzte Möglichkeit, unter der Leitung von Ralf Eisenbeiß „This is my song“ von Sibelius zu singen. Als die Diplome vergeben wurden, brach Jubel aus und es sah so aus, als würde Mt. San Antonio College den Grand Prix gewinnen. Und so war es.

Amy hat in Reno einige Bilder gemacht, zu sehen sind sie auf flickr:

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2 Comments to “Vier Tage mit herrlicher Chormusik”

  1. Sandra Cohen sagt:

    I attended the one in St Louis in November and LOVED every minute of it. Someday when I’m retired I’ll be able to attend others. So far, I’ve only attended as a spectator/listener. I sing in 2 choirs in my hometown, but we are not traveling/competition choirs. It sounds like a good time was had by all.

  2. hen sagt:

    Hi Sandra! Thanks for your comment, it seems you had much fun in St. Louis! Hope to see you at other events soon, maybe next year in Ohio? The 7th World Choir Games are from July 4 to 14, 2012 in Cincinnati :)

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