Ende und Anfang

Feb 1st, 2012 | By | Category: Chorveranstaltungen, Int. Chorwettbewerb & Festival Malta, Persönliche Berichte

Autorin: Jelena Dobrota (CHORREPORTERIN), Female Chamber Choir “Banjalučanke”, Bosnien und Herzegowina
Übersetzt vom Englischen ins Deutsche

Am Ende eines alten Jahres und zu Beginn eines neuen ist es normalerweise an der Zeit, eine Art Zusammenfassung zu machen – war es erfolgreich, habe ich alles erreicht, was ich wollte, was muss ich besser machen? Wenn der Frauenkammerchor „Banjalučanke” diese Fragen beantwortet, muss er oft lächeln. Um Frank Sinatra zu zitieren: „Es war ein sehr gutes Jahr“.

Ich habe bereits über eine unserer großen Leistungen in diesem Jahr berichtet – ein Goldenes Diplom bei „Venezia in Musica“ im April. Unser zweiter große Erfolg kam im November, als wir an einem anderen INTERKULTUR-Event teilnahmen – dem „Internationalen Chorwettbewerb & Festival Malta 2011“.

Malta im November ist etwas, was man selbst erleben sollte. Sonnig, warmes Wetter, Menschen, die in kurzen Hosen am Strand umherlaufen, einige schwimmen sogar. Ein großer Unterschied zu dem Regen, Schnee und -2 Grad, die wir Zuhause zurückgelassen hatten. Das war unser erster Eindruck von Malta. Der zweite war die Schönheit der Architektur – alle Städte gehen ineinander über, mit Häusern, Gebäuden und Festungen aus sandfarbenen Steinen, die Malta im Überfluss zu haben scheint. Und bei jedem Schritt, als Erinnerung an ihre Geschichte und kulturelles Erbe, waren die Andenken an die Ritterorden von Malta dabei – Rüstungen, Wappen und Malteserkreuze.

Mein dritter Eindruck von Malta war, dass es mir schien wie ein mediterranes England. Englisch ist eine der offiziellen Sprachen, englische Zeitungen erscheinen jeden Tag, die Geschäfte und Marken sind jene, die man nur in England findet (sogar Cadbury, meine Lieblingsschokolade), man fährt auf der falschen Seite – ich wusste nie, wann ich die Straße überqueren soll, also habe ich grundsätzlich überall hingeschaut.

Die ganze Veranstaltung war wunderbar organisiert, und trotz unseres engen Zeitplans hatten wir nie Probleme. Sicherlich waren wir am ersten Tag ein bisschen müde – acht Stunden Busfahrt, zwei Anschlussflüge, aber es hat sich gelohnt. Die Eröffnungszeremonie war toll – eine Parade durch die Straßen von Malta mit unserer eigenen Blaskapelle. Danach kam die Ritterzeremonie, gefolgt von einem Konzert und Cocktails! Es waren fast schon zuviel Eindrücke auf einmal. Allerdings konnten wir nicht vollständig entspannen, weil uns am nächsten Morgen schon der Wettbewerb bevorstand. Der Wettbwerb selbst lief sehr gut und noch einmal wurden unsere Bemühungen mit einem Goldenen Diplom für unseren Chor belohnt.

Der nächste Tag war für das Konzert mit dem Symphonieorchester Malta reserviert. Es ist auf jeden Fall unsere liebste Veranstaltung, vor allem weil wir unter der Leitung von Maestro Gábor Hollerung auftreten durften, den wir schon bei den World Choir Games 2010 in China bei einem ähnlichen Konzert getroffen hatten. Wir hatten immer soviel Spaß bei diesen Events – die Musik ist großartig, wir trafen Chorsängerinnen und -sänger aus vielen Ländern, wir traten vor einem Publikum aus, das wirklich zu schätzen wusste, was wir machen.

Die Abschlussveranstaltung fand an dem Ort statt, an dem auch die Wettbewerbe abgehalten worden waren und ausgewählte Chöre durften teilnehmen. Ich bin stolz zu sagen, dass wir einer dieser Chöre waren. Nach der Zeremonie fuhren wir mit allen anderen Teilnehmern auf einem Schiff durch die Bucht von Malta. Wieder eine Möglichkeit noch andere Chorsängerinnen und -sänger zu treffen, gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und viel Spaß zu haben.

Leider gehen alle guten Dinge einmal zu Ende und ehe wir uns versahen waren wir schon wieder auf dem Weg zurück. Sehr glücklich, ein bisschen traurig, aber mit dem Wissen, dass wir es bald wieder tun dürfen. Wir bereiten uns schon auf unser nächstes Abenteuer vor – die World Choir Games in Cincinnati im Juli 2012. Hoffen wir, dass dieses Jahr genauso großartig wird wie das letzte.

Einige von Jelenas Fotos aus Malta findet Ihr bei flickr!

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